Spargel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, die der Mensch als Nahrungs- und Genussmittel schätzt. Eines der frühesten Zeugnisse liefert uns die Stufenpyramide von Sakkara, die Grabstätte eines Königs der fünften Dynastie (2750-2625 v Chr.) Auf einem kunstreich gearbeiteten Relief von Opfergaben fand man Spargel in Bündeln, dreifach verschnürt und damit den Beweis, dass schon in jener grauen Vorzeit in den hochkultivierten Gartenanlagen des alten Ägypen Spargel als begehrter Leckerbissen für die Tafel der Könige und Reichen des Landes gezüchtet wurde.

anekdotenIm klassischen Altertum wird zuerst der wildwachsende Spargel von den griechischen und später den römischen Feinschmeckern geschätzt und in Schriften aus dieser Zeit erwähnt. An feuchten, sandigen Flußufern, begünstigt durch das subtropische Mittelmeerklima, trieb er wild wachsend seine saftigen Sprossen, die eifrig gesammelt wurden und als begehrte Delikatesse die Tafeln der Begüterten bereicherten.

Findige, griechische Gärter kultivierten diesen wilden Spargel, angeregt durch die aus Ägypten stammenden Überlieferungen, und gaben ihn den Namen Asparagus, was so viel heißt wie „der nicht gesäte“. Schon damals wusste man ihn durch Wurzelstecklinge anzupflanzen und zu vermehren. Von den Griechen übernahmen die Römer die Spargelzucht. Aus dem dritten Jahrhundert erzählt die Chronik aus Ravenna, der alten Kaiserstadt Oberitaliens, dass die Spargelbauern dieser Gegend große Erfolge hatten. Nur 3 Stangen reichten für ein volles Pfund. Plinius rühmt den Spargel große Heilkraft nach und empfiehlt besonders den Wildspargel als wirksame Arznei.

Die Römer brachten den Spargelanbau nach Gallien und später auch nach Germanien. Eigenartigerweise wird uns aber von diesen ersten Anbauversuchen nichts überliefert. Erst im 10. Jahrhundert berichten uns Schriften der Mönche von seiner Existenz in Mitteleuropa. Immer aber blieb es bei Anbauversuchen und nur als Rarität fand man den Spargel in seltenen Fällen auf der Festafel reicher Fürsten. 600 Jahre dauerte es, bis sich der Spargel als Delikatesse allmählich durchsetzen konnte. Dann allerdings treffen wir ihn schon in verschiedneen Gebieten, insbesondere dort, wo sich Klima und Bodenverhältnisse besonders eigenen.

In Deutschland war Spargel bis in die romanische Zeit hinein lediglich als Heilpflanze ein Begriff.

Gewiss, man kannte damals keine chemischen Untersuchungsmethoden. Und doch hatte man herausgefunden, dass der Saprgel als Geschenk der Natur mit Stoffen versehen war, die den Menschen halfen, die im Winter angesammelten Schlacken aus dem Körper zu vertreiben. Sein Genuss galt als ausgesprochene Frühjahrskur.

Seine heilende Kräfte bewahrt der Spargel heute noch. So schreibt man ihm eine gute Wirkung auf die Nieren zu. Ebenso soll er bei Zuckerkrankheit von günstigem Einfluss sein.