Informationen zum Spargelanbau für den professionellen Spargel-Anbauer

Anbau und Pflege von Spargelpflanzen – Pflanzanleitung und Bodenvorbereitung

spargel-stechen2Boden: Für den Spargelanbau eignen sich leichtere, humushaltige Sandböden. Sie sind gut zu bearbeiten, erwärmen sich im Frühjahr schnell, führen zu einem frühzeitigen Austrieb und erleichtern das Stechen.

Lage: Offene, ebene leicht nach Süden oder Südwesten geneigte Flächen sind ideal. Nordlagen und halbschattige Lagen scheiden aus. Auf windgefärdeten Lagen kommt es zu Verwehungen des Bodens mit Pflanzenverkrümmungen bis zum Bruch der Sommertriebe. Hier können Windschutzmaßnahmen Abhilfe schaffen. Waldlagen sind nur dann brauchbar, wenn der Wald nach Norden hin abschirmt und die Sonneneinstrahlung nicht beeinträchtigt. Tiefe Lagen, sogenannte Nebel- und Frostlöcher, sind zu vermeiden.

Humusgehalt: Der Humusgehalt soll bei mindestens 1% höchstens jedoch 5% liegen.

Boden und Standort: Gute Spargelböden müssen frei sein von Steinen, Quecken und anderen Wurzelunkräutern, verfestigten Bodenschichten wie z.B. Ortsteinschichten, zu hohem oder stark schwankendem Grundwasserstand (optimal sind 1,5-2m), Staunässe.

ph-Wert: Der ph-Wert soll bei 5,5 bis 6,0 liegen. Bei ph-Werten unter 5,5 nimmt die Pflanzenverfügbarkeit von Magnesium ab. Liegt der ph-Wert unter 5,0 treten Schäden durch Aluminiumaufnahme auf. Zum Aufkalken sollte dann Kohlensaurer Kalk (CaCo3 )verwendet werden da diese Form auch in größeren Mengen ausgebracht werden kann.

Vorfrüchte: Als Vorfrüchte geeignet sich Hack- und Hülsenfrüchte, Getreide und Gründüngungspflanzen. Ungeeignet sind Luzerne, Klee und Mais, da unter anderem durch sie der Befall von Fußkrankheiten verstärkt werden kann.

Wasserversorgung: Spargel stellt hohe Anforderungen an eine gleichmäßige und gute Wasserversorgung. Eine Beregnung sollte daher immer möglich sein.

Vorbereitung der Fläche: Die Vorbereitungen für die Neuanlage müssen mindestens 1½ bis 2 Jahre vorher beginnen, damit eine einheitliche, gut versorgte Fläche bei der Pflanzung zur Verfügung steht.

Humusanreicherung: Eine entscheidende Verbesserung der Humusversorgung kann nur rechtzeitig vor der Neuanlage in mehreren Gaben von insgesamt 400 bis 600 dt/ha Stallmist erfolgen. Spätestens bei einer Bodenbearbeitung im Jahr vor der Pflanzung ist die letzte Gabe von gut verrottetem Stalldung oder auch Champignonkompost einzuarbeiten. Frischer oder strohiger Stalldung darf nicht in tiefere Schichten gebracht werden, da er sich dort nicht mehr umsetzen kann.

Humussubstrat: Andere Substrate, wie z.B. Rindenhumus, Triohum können entsprechend dem Gehalt an organischer Substanz unter Berücksichtigung der Kosten, der ph-Wertes und der Nährstoffe verwendet und eingearbeitet werden.

Gülle Hühnerdung: Gülle kann mit 10 bis 20 cbm und Geflügeldung mit 30 bis 50 dt/ha unter Beachtung der enthaltenen Nährstoffmengen jedoch nur bei der Vorbereitung der Spargelfläche ausgebracht werden.

Gründüngung: Eine mehrmalige Einsaat von Gründüngung, mindestens 1 Jahr vor der Pflanzung, ist für den Kulturerfolg erforderlich. In der Praxis haben sich Lihoraps, Lupine, Senf, Ölrettich, Wicke, Seradella, Phacelia, Ackerbohnen sowie Getreide – auch als Winterfrucht – und Gräser bewährt. Die Einarbeitung erfolgt vor Blühbeginn. Die Grünmasse muß dabei angewelkt sein. Tief wurzelnde Gründüngungspflanzen sollten bevorzugt werden.

Bodenuntersuchung: Für die Versorgung mit mineralischen Nährstoffen ist eine Bodenanalyse notwendig. Die Bodenproben werden spätestens im Jahr vor der Pflanzung in den Bodenschichten 0 bis 30 cm und 30 bis 60 cm (evtl. auch in 60 bis 90 cm) genommen. Eine Untersuchung auf ph-Wert, Phosphorsäure -, Kali- und Magnesiumgehalt wird bei den Untersuchungsanstalten durchgeführt (siehe Anschriften).

Nährstoffmangel: Ein akuter Nährstoffmangel kann nur vor der Pflanzung in Verbindung mit der Bodenbearbeitung behoben werden.

Nährstoffspiegel: Der Nährstoffspiegel vor der Tiefenbearbeitung sollte je nach Bodenart zwischen 10 – 20 mg Phosphorsäure (P205) 12 – 25 mg Kali (K20) 5 – 8 mg Magnesium (Mg0) je 100 g Boden liegen.

Zu niedrige Werte: Sind die Untersuchungswerte niedriger, sollte eine spezielle Beratung bei den Landwirtschaftskammern durch die Gemüsebauberater angefordert werden (siehe Anschriften).

Kalk: Die Kalkgabe richtet sich nach den Empfehlungen der Bodenuntersuchung. Einmalige Gaben über 40 dt/ha Kohlensaurer Kalk (= Kalkmergel), Kohlensaurer Magnesiumkalk ( = Magnesiummergel) oder Hüttenkalk sind zu vermeiden. Branntkalk ist auf leichten Böden ungeeignet. Bei der Verwendung von Thomasmehl ist der Kalkgehalt (45% Ca0 = 80°70 CaC03) auf die erforderliche Kalkmenge anzurechnen.

Tiefenlockerung: Spargel verlangt eine gut durchwurzelbare, lockere Bodenschicht von 80 bis 100 cm Tiefe. Werden bei Profilaufgrabungen Bodenverfestigungen festgestellt, so muß eine entsprechende Tiefenlockerung des Untergrundes mittels Tiefspatenmaschine, Wippscharlockerer, Untergrundhaken oder Pflug im Vorbereitungsjahr vor der ersten Gründüngung erfolgen. Bei der Tiefenbearbeitung muß der Boden unbedingt trocken sein.

Wasserführende Schichten und lockere Lehmbänder dürfen dabei nicht zerstört werden. Das Land muß sich nach der Tiefenlockerung bis zur Anlage der Pflanzgräben wieder gesetzt haben.

Reihenabstand: Der Reihenabstand richtet sich nach den im Betrieb bzw. beim Lohnunternehmer vorhandenen Geräten und Maschinen (z. B. Scheibenpflug zum Aufdämmen). Er muß jedoch mindestens 1,60 m betragen. Bei größeren Anlagen, beim Einsatz von eigenen Geräten und bei der Einsaat von Gründüngung zwischen die Reihen muß der Abstand der Reihen jedoch auf 1,70 m bis 1,80 m erhöht werden. Beim späteren Anhäufeln kann der Boden dann flacher für den Damm entnommen werden. So werden Wurzelbeschädigungen weitgehend vermieden. Als optimale Pflanzenzahl/ha werden 14.500 bis 16.000 Pflanzen angesehen.

Fahrgassen: Ist das Land nicht der begrenzende Faktor, sind Fahrgassen für Pflanzenschutzmaßnahmen und zur Erleichterung der Ernte vorteilhaft.

Die Anlage der Pflanzgräben richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Zum Aufpflügen der Pflanzgräben werden zuerst Reihen markiert. Danach folgt ein Grabenpflug. Bevorzugt werden sollte nach Möglichkeit ein 0st-West-Verlauf der Dämme. Durch die bessere Durchlüftung trocknen die Pflanzen besser ab. Der Befall mit plötzlichen Krankheiten wird vermindert.

Die Gräben sollen so früh wie möglich ausgehoben werden, damit sich der Boden vor der Pflanzung noch belebt und etwas erwärmt. In Windlagen, bei denen unbelebter Flugsand in die Gräben weht, werden sie jedoch besser erst unmittelbar vor dem Pflanzen ausgehoben.

Grabentiefe: Die Pflanzgräben sollen so tief ausgehoben werden, daß sich der Kopf der Spargelpflanzen 15 bis 22 cm unter dem gewachsenen Boden befindet. Bei Festlegung der Grabentiefe ist zu beachten, daß der Kopf im Laufe von 10 Jahren etwa 5 bis 7 cm höher wächst. Nur so ist gewährleistet, daß auch in älteren Anlagen noch gute Stangen von 24 cm Länge gestochen werden können. Folglich muß der Abstand von der Pflanzsohle bis zur Dammoberkante ca. 35 cm betragen. Die Grabenbreite beträgt 40 cm mit konischem Verlauf nach oben, das heißt mit einer oberen Breite von ca. 50 cm.

Pflanzfehler: Bei zu flach gepflanztem Spargel und zu engen Reihenabständen besteht die Gefahr, daß man ihn nicht mehr ohne Beschädigung der Wurzeln maschinell bearbeiten und in der notwendigen Länge stechen kann. Bei zu tiefer Pflanzung erfolgt der Austrieb später.

Sicherlich sind noch viele Fragen offen zum Thema Spargelanbau! Wir beantworten sie gern. Rufen Sie uns an: 05207 / 77772